Veronique Sandler VISION
Foto: Andy Lloyd

Veronique Sandler im Interview: Wenn Träume wahr werden

Und was ihr neuer Film "VISION" damit zu tun hat.

Orig­i­nal Inter­view: WTB / Fotos: Andy Lloyd, Roo Fowler

Veronique San­dler hat sich zu einem Super­star in der Moun­tain­bike-Welt entwick­elt. Ihr Social Media Feed kommt aus den tiefen Tälern von South Wales und man kann nicht anders als dazu inspiri­ert zu wer­den, rauszuge­hen und sich aufs Rad zu set­zen. Ob es darum geht, Kur­ven in den heimis­chen Wäldern zu shred­den oder große Berge in Europa zu besteigen, diese Frau sprengt auf ihren zwei Rädern ständig Gren­zen.

In ihrem bish­er größten Pro­jekt baut Vero die Jumpline ihrer Träume und nimmt uns mit auf eine Reise, um uns zu erzählen, wer und was sie dazu inspiri­ert, sich ständig zu verbessern.

VISION ist online und über­all ver­füg­bar! Um den ganzen Film anzuse­hen, klick’ hier (On Demand). Die neue VISION-Line im Rev­o­lu­tion Bike Park aus der POV-Per­spek­tive gibt es weit­er unten.

Wir hat­ten das Glück, uns kür­zlich mit dem Star der Show zusam­men­zuset­zen, um mehr über das Pro­jekt zu erfahren…

Beschreib uns deine MTB-Reise und wie bist ger­ade du zu diesem Punkt gekom­men? Andere Diszi­plinen, Ein­flüsse als Jugendliche, etc?

Ich fing mit 13 Jahren an, MTB zu fahren und lebte damals in Neusee­land; mein Brud­er Leo hat­te ange­fan­gen, mit eini­gen sein­er Kumpels Moun­tain­bike zu fahren und es klang nach Spaß, also schloss ich mich ihnen für ein paar Fahrten an und wurde schnell süchtig! Wir haben den ganzen Tag nur kleine Sprünge aus­pro­biert und einen riesen Spaß gehabt, es war der Ham­mer!

Veronique Sandler VISION
Veronique San­dler mis­cht mit ihrem (noch) einzi­gar­ti­gen Lebensstil die Moun­tain­bike-Welt auf. Foto: Andy Lloyd

Es dauerte nicht lange, bis ich anf­ing, einige lokale Down­hill-Ren­nen zu fahren, die sich zu nationalen Ren­nen und dann zu Welt­meis­ter­schaften entwick­el­ten. Ich bin fünf Jahre lang Weltcups gefahren. Es entwick­elte sich aber zu einem Zus­tand, in dem ich das nicht mehr wirk­lich genoss. Meine Ner­vosität machte mich fer­tig, Fortschritte gab es keine mehr, also beschloss ich so am Ende des Jahres 2016, ein Jahr Auszeit zu nehmen und zurück zu dem zu gehen, wie alles begann: Ses­sions, Sprünge und Fahren zum Spaß!

Ich begann, einige Teile unser­er Ses­sions mit Videos auf meinem Insta­gram-Account zu doku­men­tieren und so bin ich da gelandet, wo ich jet­zt bin. Unternehmen haben ange­fan­gen, mich wegen Video-/Spon­soringan­fra­gen kon­tak­tieren und ich bin so begeis­tert, dass das jet­zt mein Job ist!

Was hält dich motiviert und begeis­tert, jeden Tag zu fahren? Train­ing kann manch­mal hart und ein­sam sein, also was treibt dich an?

Ich bin so ziem­lich immer motiviert, weil ich mein absolutes Traum­leben lebe und es nichts gibt, was ich lieber tun würde. Ich kann nie schnell genug aus dem Haus kom­men, um fahren zu gehen! Train­ing für mich ist eine per­sön­liche Entschei­dung, ich brauche es ja nicht wirk­lich, da ich keine Ren­nen fahre.

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Veronique hat der Rennkar­riere den Rück­en zugewen­det und ihren eige­nen Weg gewählt. Mit Erfolg. // Foto: Andy Lloyd

Deswe­gen sagen einige, dass ich nicht trainieren muss. Aber ich liebe es, im Win­ter beson­ders, ins Fit­nessstu­dio zu gehen und richtig Gas zu geben. Ich genieße es so sehr, so dass ich immer wieder hinge­he!

Was für ein Bike fährst du ger­ade?

Im Moment fahre ich mein indi­vidu­ell für mich aufge­bautes Marin Mount Vision, mit dem ich von meinen großar­ti­gen Spon­soren für mein neuestes Video­pro­jekt “VISION Movie” über­rascht wurde. Es hat eine spezielle Einze­lan­fer­ti­gung aus rot­er und vio­let­ter Lack­ierung mit passenden Teilen. Es ist mein erstes Cus­tom Bike und ich liebe es so sehr! Manch­mal füh­le ich mich schlecht, damit fahren zu gehen, weil es zu schön ist!

Veronique Sandler VISION
Vero’s Cus­tom Bike, das speziell für sie und ihr Film­pro­jekt “VISION” ange­fer­tigt wurde. Foto: Roo Fowler
Veronique Sandler VISION
Reifen, Sät­tel und Fel­gen kom­men von WTB. Foto: Roo Fowler

Du leb­st in South Wales und bist deswe­gen ziem­lich ver­wöh­nt mit genialen Trails. Ich schätze, deshalb bist du hier­her gezo­gen? Was hat dich son­st noch nach Wales geführt?

Ich habe ein paar Jahre in Bris­tol gewohnt, bevor ich hier­her gezo­gen bin. Ich ver­brachte so viel Zeit wie möglich damit, nach South Wales zu fahren, um dort fahren gehen zu kön­nen, also dachte ich, es macht ein­fach Sinn! Ich liebe es hier. Ich finde, dass die entspan­nte Lebensweise hier sehr ähn­lich ist wie in Neusee­land, und das Biken ist jen­seits von Gut und Böse! Jed­er einzelne Hügel ist mit Trails bedeckt.

Du warst auf der ganzen Welt und bist bei so vie­len Events gewe­sen, aber gibt es irgendwelche (Events), die auf dein­er Wun­schliste ste­hen? Warum?

Um ehrlich zu sein, habe ich kein großes Inter­esse daran, an irgendwelchen Events teilzunehmen. Ich bin Ren­nen gefahren und hat­te diese “Race-Men­tal­ität” so viele Jahre lang und ich kon­nte nie wirk­lich her­aus­find­en, wie das für mich funk­tion­iert.

Ich habe das Gefühl, dass meine Fahrtech­nik in zwei Jahren ohne Ren­nen zehn­mal mehr Fortschritte gemacht hat, als in 5–6 Jahren in der National­mannschaft und auf Weltcups. Ich fahre gern das eine oder andere lustige Ren­nen hier und da, aber es macht mir viel mehr Spaß, als Fahrerin voranzukom­men, ohne mich mit anderen zu ver­gle­ichen und stattdessen mit mir selb­st zu konkur­ri­eren, um mich zu verbessern!

Veronique Sandler VISION
Shred On, Veronique! Foto: Andy Lloyd

Orig­i­nal Inter­view: https://www.wtb.com/blogs/wtb/athlete-highlight-veronique-sandler-q‑a