Nina Hoffmann Interview (9 von 9)
Foto: Jana Zoricic

Nina Hoffmanns geheimes Sieges-Rezept

...und wie wir euch einen Teil davon abgeben

Text: Jana Zori­cic / Fotos: Jana Zori­cic, Sebas­t­ian Gru­ber, Melanie Bru

Nina Hoff­mann hat gestern mit ein­er Bronze-Medaille beim Down­hill World Cup in Fort William Geschichte geschrieben und hat keine Zeit zum Feiern, weil sie schon auf dem Weg zum näch­sten Ren­nen ist. Also feiern wir für sie! Mit einem aus­führlichen Inter­view und ein­er Tunap Sports Rabat­tak­tion.

Vor zwei Wochen haben wir sie beim iXS Ger­man Down­hill Cup in Will­in­gen inter­viewt, gestern ist sie beim Down­hill World Cup in Fort William auf dem drit­ten Platz gelandet. Nina fuhr 2015 ihr erstes Ren­nen und hat seit­dem den deutschen Down­hill­sport ordentlich durchgemis­cht. In diesem Inter­view habe ich ver­sucht her­auszufind­en, wie ihr Geheim­rezept aussieht und wie sie mit ihrem krassen Lebenswan­del umge­ht. Ihr werdet fest­stellen: das Rezept ist so sim­pel, wie kom­pliziert. Aber die Hauptzu­tat scheint eins: Spaß.

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Nina Hoffmann im Interview

Nina Hoffmann Interview (4 von 9)
Wir haben Nina beim Track­walk des Ger­man Down­hill Cups ins Will­in­gen begleit­et und uns ihre Lin­ien abgeguckt. Foto: Jana Zori­cic

Fan­gen wir erst­mal mit dem Oblig­a­torischen an. Wer bist du und was machst du?

Nina Hoff­mann, 22 Jahre alt, Down­hill­fahrerin. Um es mal ganz kurz zu fassen. (lacht)

Zweit­er oblig­a­torisch­er Punkt: deine sportliche Vita. Wie bist du zum Fahrrad­fahren gekom­men und hast du vorher irgend­was anderes gemacht?

Ich komme eigentlich aus der Leich­tath­letik, vom Speer­w­er­fen. Habe also schon immer viel mit Sport zu tun gehabt. Das habe ich bis unge­fähr 2015 gemacht und dann lief es lei­der nicht mehr so. 2014 habe ich meinen Fre­und ken­nen gel­ernt, der ist schon immer Fahrrad (Anm. D. Red.: “Fahrrad” meint “Down­hill-Bike”) gefahren und hat mich dann eigentlich dazu ver­leit­et, 2015 mein erstes Ren­nen mitz­u­fahren. Das hat mir mega Spaß gemacht und so war der Schal­ter umgelegt vom Speer­wurf aufs Down­hill­fahren.

Was lief damals nicht so gut bei der Leich­tath­letik?

Es ist typ­isch fürs Speer­w­er­fen, dass man Ellen­bo­gen-Prob­leme bekommt, Golfer-Ellen­bo­gen nen­nt sich das. Meine innere Sehne im Ellen­bo­gen hat sich entzün­det, wegen falsch­er Tech­nik. Es ging immer mal wieder, mal wieder nicht, dann habe ich auch mit Schmerzen gewor­fen. Aber so viel, wie ich trainiert habe, hat die Leis­tung für mich ein­fach nicht gepasst. Ich war sehr unzufrieden – sieben bis acht mal die Woche trainieren und dann kam dabei nicht das her­aus, was ich wollte. Und da war ja sowieso schon das ganze Fahrrad­fahren ein The­ma, ich war damals nur ein paar mal im Bikepark und hat­te so viel Spaß, dass ich mir direkt ein Down­hill-Bike gekauft habe und mein erstes Ren­nen gefahren bin.

Das wäre auch direkt meine näch­ste Frage gewe­sen: wahrschein­lich war das eine ziem­liche Erle­ichterung für dich, dass es beim Down­hill direkt gek­lickt hat.

Ja, auf jeden Fall. Ich muss dazu sagen, es waren so zwei Jahre, die im Speer­wurf nicht so gut liefen. Es gibt ja genü­gend Leute die vier, fünf, sechs Jahre kämpfen, sich operieren lassen und so weit­er. Das stand für mich aber nie zur Debat­te, dass ich wegen einem Sport irgend­wo an meinem Kör­p­er rum­schnibbeln lasse, wenn es nicht sein muss. Deswe­gen war es natür­lich umso schön­er, dass es mit dem Rad­fahren plöt­zlich so gut geklappt hat und es so unglaublich viel Spaß gemacht hat.

Du hast von Anfang mit dein­er Leis­tung die deutsche Down­hill-Welt ziem­lich auf den Kopf gestellt. Was glaub­st du woran lag das, dass alles von Anfang an so gut geklappt hat?

100 Prozent kann ich mir auch nicht erk­lären, weil ich vorher nie Fahrrad gefahren bin, außer mit dem Rad zur Schule. Mein erster Gedanke, als ich mich auf so ein voll­gefed­ertes Rad geset­zt habe, war „boah geil, das macht ja ein­fach alles für mich“. Davon war ich total begeis­tert.

Durch die Leich­tath­letik habe ich ein gewiss­es Maß an Kraft und Kör­perspan­nung, was mir glaube ich großen Vorteil ver­schafft hat, ich kon­nte das Rad von Anfang an unter Kon­trolle hal­ten. Und ich habe keine große Angst vor Geschwindigkeit oder Sprün­gen. Ich habe es irgend­wie ein­fach gemacht, ohne zu viel darüber nachzu­denken. Ja, ich glaube diese Kom­bi­na­tion aus weniger Angst und mehr Kraft kön­nte es sein.

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Ein großer Vorteil: Geschwindigkeit macht Nina nichts aus. Foto: Melanie Bru

Als du in Mari­bor (Anm. d. Red.: erster Down­hill World Cup 2019) warst, hast mir erzählt dass du es als Moti­va­tion siehst, als näch­ste deutsche Down­hill-Hoff­nung gehan­delt zu wer­den. Meinst du, dass deine men­tale Ein­stel­lung auch eine große Rolle spielt?

Das spielt bei diesem Sport glaube ich eine sehr, sehr große Rolle. Generell im Sport. Eine Moti­va­tion zu haben, ein Ziel zu haben, einen Punkt auf den man sich fokussiert, mit dem man sich jeden Tag motivieren kann. Auch im täglichen Train­ing und im All­t­ag. Das ist wichtig.

Find­est du das denn cool, dass dich alle so feiern?

Ach so richtig merk ich das gar nicht, ob mich wirk­lich alle so feiern? (lacht) Also, ich finde es total cool, hier in Will­in­gen zu sein und mit den Leuten, mit denen man auch ange­fan­gen hat, wieder mal ein Ren­nen zu fahren. Ich fahre gern entspan­nt mit Fre­un­den. Rumzu­laufen wie der King, der nur World Cups fährt, das muss gar nicht sein. Klar genießt man das natür­lich, wenn man da so ein biss­chen gefeiert wird, aber ich brauche das nicht. Ich mache das ja für mich und nicht für jemand anderen.

Nina Hoffmann Interview
Der Hype um Nina ist groß – kein Wun­der, denn so erfol­gre­iche Down­hill­sportler gab es in Deutsch­land lange nicht mehr. Foto: Sebas­t­ian Gru­ber

The­ma Fre­unde ist ja auch immer ein sehr großer Fak­tor. Was für einen Sup­port man hin­ten dran hat.

Ja natür­lich. Die ganze Com­mu­ni­ty – das war auch so ein Punkt, es ist ganz anders als in der Leich­tath­letik. Alle sind so coole, entspan­nte Leute, die einen motivieren und mit denen man „Par­ty-Laps“ (Anm. d. Red.: Abfahrten, auf denen man zusam­men Spaß hat, ohne schnell sein zu müssen), wie es immer alle sagen, machen kann. (lacht) Ja, das fet­zt.

Abge­se­hen davon, gibt es irgendwelche geheimen Pläne oder Train­ingsmeth­o­d­en?

Ich esse ger­ade Reiswaf­feln (lacht). Nein, grund­sät­zlich nichts Geheimes. Das einzig Beson­dere ist vielle­icht, dass ich keinen richti­gen Train­er habe. Ich mache das alles für mich selb­st und spreche mich mit ver­schiede­nen Leuten ab.

Ich habe jeman­den, der mir beim Kraft­train­ing ein biss­chen drüber guckt und mit dem ich mich bespreche, wie ich es mache. Und der Sven hier vom Rad­laden, der macht Inter­vall­train­ing und Aus­dauer mit mir, weil ich davon nicht ganz so viel Ahnung hat­te. Aber son­st mache ich das immer alles für mich, pro­biere viel aus, und gucke mir an, was andere machen. Ich höre viel in mein Kör­p­er rein, wie er was verträgt.

Ich finde es total cool, nicht ein­fach nach einem Plan, den mir irgendw­er schreibt zu trainieren, son­dern es für mich selb­st her­auszufind­en. Ich glaube so lernt man noch sehr, sehr viel dazu. Auch wenn es mal nicht so läuft, weiß ich was ich tun muss.

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Nina ist immer für ein Späßchen zu haben – das macht sie zu einem sehr angenehmen Charak­ter. Foto: Jana Zori­cic

Da spricht viel Erfahrung aus der Leich­tath­letik, oder?

Ja klar. Mein zweit­er Train­er damals in der Leich­tath­letik, der war sehr auf alter­na­tives Train­ing fokussiert. Slack­li­nen zum Beispiel, Tiefen­musku­latur für Ver­let­zung­spräven­tion und auch viel koor­di­na­tives Train­ing. Er war auch immer darauf bedacht, dass das Train­ing auch Spaß macht und man nicht nur sinn­los Gewichte hebt, bis man eigentlich über­haupt keinen Bock mehr drauf hat. Wir haben viele ver­schiedene Sachen gewor­fen, nicht nur Speere, son­dern alles Mögliche. Diese Vielfalt habe ich mitgenom­men und ver­suche das auch jet­zt weit­er zu behal­ten.

Gibt’s denn in deinem Leben auch etwas anderes als Fahrrad­fahren?

Ja, zum Beispiel studiere ich Psy­cholo­gie. Im Win­ter aber mehr als im Som­mer (lacht). Ich bin schon im Mas­ter und es ist im Som­mer etwas schwierig, weil man ziem­lich viel Anwe­sen­heit­spflicht hat. Deswe­gen auf jeden Fall Studi­um im Win­ter. Anson­sten gibt es noch genug andere Sportarten, die man machen und erleben kann. Und mal ein Eis essen gehen ist auch schön.

Nina Hoffmann Interview (5 von 9)
Die Chefin spricht, der Rest hört zu. Nein, so läuft es bei Nina nicht. Das wichtig­ste ist eine gute Zeit mit Fre­un­den. Foto: Jana Zori­cic

Und wie sieht es in dein­er Zukun­ft aus, siehst du dich da eher als Psy­cholo­gin oder als Down­hill-Profi?

Momen­tan als Ren­n­fahrer, glaube ich. Mal guck­en wie sich alles entwick­elt und weit­er­läuft. Aber vielle­icht kann man ja sog­ar mal ein, zwei Jahre davon leben, das wäre ein riesiger Traum. Das Studi­um aber natür­lich immer als Back­up. Ich kann mir auch vorstellen, neben­bei was in der Rich­tung zu machen und trotz­dem meinen Sport zu machchen. Auch wenn man Down­hill-Profi ist, hat man in meinen Augen trotz­dem Zeit, um noch was anderes zu machen. Ich trainiere ja nicht 24/7.

Also machst du dein Studi­um schon zu Ende.

Auf jeden Fall!

The­mawech­sel. Down­hill ist ja nicht unbe­d­ingt der Sport mit der besten Öko­bi­lanz, wenn man an Aut­o­fahrten, Lift­fahrten und so weit­er denkt. Denkst du über sowas nach oder ist es dir wichtiger, ein­fach Rad­fahren zu kön­nen?

Ich denke da defin­i­tiv drüber nach und disku­tiere da auch oft mit Leuten drüber. Wenn man darüber nach­denkt ist das, was man hier macht, was die Umwelt ange­ht, eigentlich nicht okay. Car­bon­rah­men zu haben, quer durch Europa zu fahren mit riesi­gen Race-Trucks und das ganze Mate­r­i­al. Mir tut es weh, wenn so ein Reifen nur ein biss­chen ange­fahren ist und eigentlich noch taugt, aber du baust ihn trotz­dem runter, weil du doch nicht mehr so guten Grip hast und schmeißt ihn weg. Es tut ein­fach weh, muss ich sagen. Ich ver­suche, an anderen Eck­en und Enden aufzu­passen, kein Obst in Plas­tik­tüten zu kaufen oder andere Kleinigkeit­en, weil ich dann doch meinen Traum leben möchte. Aber man muss ein gutes Mit­tel­maß find­en.

Nina Hoffmann Interview
In Will­in­gen gewann Nina mit 13 Sekun­den Vor­sprung – ein Erfolg in Fort William war qua­si vorg­pro­gram­miert.

Gibt es auch Sachen, vor denen Du Angst hast? Muss nicht unbe­d­ingt Fahrrad-bezo­gen sein.

Witzig, let­ztens kam in einem Inter­view genau die gle­iche Frage und dann musste ich kurz nach­denken. Was das Fahrrad­fahren ange­ht, waren Sprünge früher ein The­ma. Davor hat­te ich sehr großen Respekt. Das ist nach wie vor noch so, aber das wird immer bess­er und ist eigentlich kein Prob­lem mehr. Anson­sten: Verän­derung. Ich has­se es, wenn sich Dinge schnell ändern und irgend­was anders wird. Ich liebe Kon­stanz und bin gern mal wieder Zuhause wenn ich wieder mehrere Ren­nwoch­enen­den unter­wegs war. Das tut mir ganz gut.

Siehst du dich als Vor­bild für andere Frauen oder Mäd­chen die anfan­gen wollen, Radz­u­fahren?

Hm, irgend­wie schon, zumal mir immer öfter Leute schreiben, dass ich ihr großes Vor­bild wäre, aber ich sehe mich eigentlich gar nicht so. Über­haupt nicht.

Aber ich kann mir schon vorstellen, dass das, was ich mache, für viele Mädels Moti­va­tion sein kann, den Sport auszupro­bieren. Sich zu seinem Kopf darüber zu machen, was andere denken und wie das vielle­icht aussieht, son­dern macht, worauf man Lust hat. Mal aus­pro­bieren.

Viele haben glaube ich Angst davor. Man kann ja erst ein­mal klein anfan­gen, man muss ja nicht gle­ich Down­hill­ren­nen fahren. Es ist so ein cool­er Sport und macht so viel Spaß, mit dem Fahrrad die Welt zu ent­deck­en. Man sollte es ein­fach mal aus­pro­bieren, auch als Mädel.

Nina Hoffmann Interview (6 von 9)
Lin­ien im Kopf durchge­hen, merken und abfahren. Klingt ein­fach, ist aber eine Kun­st für sich. Foto: Jana Zori­cic

An welchen Orten willst unbe­d­ingt mal Rad­fahren gehen?

Kana­da oder Neusee­land. Da muss man schon mal gewe­sen sein als Fahrrad­fahrer, oder?

Ist das schon geplant oder es ist immer noch ein Traum?

Dieses Jahr geht es auf jeden Fall zur WM nach Mont-Sainte-Anne (Que­bec). Das ist der Plan soweit…aber das ist nun­mal die andere Seite von Kana­da. (lacht) Mal sehen, irgend­wann, wenns mal passt.

Beschreib uns zum Abschluss in einem Satz, warum Rad­fahren so viel Spaß macht.

Es ist das schön­ste Gefühl der Welt, so eine Down­hill­strecke oder einen Berg runter zu fahren. Das gibt einem sehr, sehr viel.

Das waren zwei schöne Sätze. Danke, Nina.

Das muss gefeiert werden!

Nina Hoffmann Interview

Nina feiert mit Blu­men, wir mit Rabat­ten. Fort William war ein waschecht­es Matschren­nen, denn es hat 3 Tage am Stück gereg­net. Zum Glück haben wir Nina mit Tunap Sports aus­ges­tat­tet!

Denn für ein großar­tig glänzen­des Ergeb­nis muss der Dreck weg. Wir geben einen aus: 20% für alle auf unser Tunap Sports Carepaket:

Nina Hoffmann Tunap Sports

Damit hält man auch drei Tage Regen in Schot­t­land aus: Mit Tunap Sports Inten­siv-Reiniger ( UVP: glänzt das Rad auf dem Podi­um wie neu und mit Antrieb­sreiniger und Ket­tenöl sinkt die Wahrschein­lichkeit eines Ket­ten­riss­es direkt aus dem Starthäuschen fast auf Null. Kann man vor allem für Leogang sehr gut gebrauchen, haben wir gehört.

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