Upcy­cling liegt im Trend. Und im Begriff steckt das Wort Cycling ja drin, also liegt nichts näher, als aus­rang­ierten Fahrradteilen zu einem neuen, zweit­en Leben zu ver­helfen. Fürs gelun­gene Upcy­cling braucht es ein wenig Phan­tasie und handw­erk­lich­es Geschick – und noch etwas Heimw­erk­er­w­erkzeug zusät­zlich zur Rad­w­erk­statt.

Am Anfang ste­ht dabei stets die Ord­nung und Sauberkeit: Also müssen alte Teile ordentlich demon­tiert und zunächst von Dreck, Staub und Abrieb befre­it wer­den. Dafür kannst Du Deinen Fahrradreiniger (z. B. „Inten­sivreiniger“ von Tunap, 1.000 ml für 14,95 Euro) benutzen. Nun kommt der kreative Teil: Welch­es neue Leben find­et sich im alten Teil? Was kann aus dem ver­meintlichen Schrott wer­den? Wo kann das aus­rang­ierte Ding an die Stelle eines alltäglichen Gegen­standes rück­en?

Hier find­est Du vier Beispiele:

Fel­gen sind ja irgend­wie Ver­schleißteile und so fan­den sich im Keller einige, die nun als Klei­der­bügel ein neues Zuhause an der Garder­obe haben.

Das alte Cock­pit mit 26er-Klem­mung und ellen­langem Vor­bau wird nie wieder den Weg an ein Ren­nrad find­en. Jet­zt dient es als Hand­tuch­hal­ter im Gäste­bad.

Der linke Tretschenkel ist das Überbleib­sel ein­er waghal­si­gen Mod­i­fika­tion eines Tande­mantriebs und sorgt nun für die fahrrad­nerdi­ge Erschei­n­ung der Tür zum Server­raum.

Wirk­lich trau­rig ist die Geschichte des Zipp-Scheiben­rades: Ein duseliger Fehler beim Ver­laden machte dieses Pracht­stück unfahrbar, ebnete aber den Weg zur wohl cool­sten Wan­duhr, die jemals in einem Büro hing.

Felge – Vom Rund zum Hak­en


Aus ein­er Felge lassen sich drei (26 Zoll) bis vier (28 Zoll) Bügel her­stellen. Absä­gen, die Kan­ten organ­isch rund abfeilen, damit die späteren Klei­dungsstücke nicht lei­den. Etwas Übung ist ver­langt, wenn Du aus der Spe­iche den eigentlichen Hak­en biegst. Mit Heißk­le­ber wird dieser in einem Spe­ichen­loch fix­iert.

Lenker und Vor­bau – Vom Hal­ten zum Hal­ter


Frisches Lenker­band ist hier zwar die Kür, es lag halt noch rum … Knif­flig war bei dieser Kon­struk­tion die Posi­tion­ierung. Der Leitungs­de­tek­tor wies das Are­al als „ver­mint“ aus. Fix den Vor­bau gedreht und schon hat­te das Hand­tuch wieder die gebräuch­liche Pos­tion.

Tretschenkel – Von der Kurbel zur Klinke


Die Türklinke schien so ein­fach, entwick­elte sich aber zu ein­er echt­en Heimw­erk­er­her­aus­forderung: Eine Tret­lager­achse musste gekürzt wer­den, die Achse der Klinke von Vierkant auf Sech­skant mit acht Mil­limter Maß gefeilt wer­den und alles wurde anschließend mit reich­lich Schrauben­kle­ber und ein­er riesi­gen Schraubzwinge dauer­haft verklemmt. Hof­fentlich müssen wir da nie wieder ran …

Scheiben­rad – Von der Zeit­nahme zum Zeit­ge­ber


Zuerst haben wir das Innen­leben der Nabe ent­fer­nt, um die Bauhöhe der Uhr zu reduzieren. Im zweit­en Schritt haben wir die Uhr see­len­ge­nau auf der Scheibe posi­tion­iert. Eine grobe Spax-Schraube versenk­te sich but­ter­we­ich im Schaum der Car­bon­scheibe. Um das hässliche Uhrw­erk zu ver­steck­en, haben wir aus ein­er alten Ver­pack­ung eine Abdeck­ung geschnit­ten und auf die Zeiger­welle gesteckt.

NEUE TEILE, NEUES LEBEN!


Kom­plett rund!
Die aktuelle Inkar­na­tion ein­er Leg­ende. Der ide­ale Kom­pro­miss für ein gün­stiges, halt­bares und leicht­es Enduro-Laufrad. Oder Mon­ster­cross. Oder Down­hill-Grav­el. Natür­lich auch leichter als ihre Vorgän­gerin. Stan’s Notubes „ZTR Flow Mk3“, in 26, 27,5 und 29 Zoll mit je 32 Spe­ichen­löch­ern und ohne Brems­flanke, Maulweite 29,0 mm, 99,95 €


Kom­fortwun­der
„Bikefiter’s Dream“ sagt Zipp zu dem Lenker. Der kurze Reach von 70 mm passt per­fekt zu mod­er­nen Briftern. Der vari­able Radius des Drops und der flache Ober­lenker mit 3° Kröp­fung ver­wöh­nen die Hände. In vier Bre­it­en gibt’s (38, 40, 42, 44 cm, Mitte-Mitte) den „Ser­vice Course SL 70 Ergo“ für 123 €.


Kun­st vor der Nase
Wenn ein neues Cock­pit, dann auch richtig: Über­ra­gend steif und leicht muss es sein. Für präzis­es Tanzen mit dem Lenker hat Zipp den Chef sein­er Car­bon­vor­baut­en gemacht: „Sprint SL“. Er hat eine aero­dy­namis­che Front­plat­te, wiegt nur 165 g bei 100 mm, ist mit 12° Winkel und 90, 100, 110, 120, 130 und 140 mm Länge für zu kriegen. 284 €


Ein­fach (und) sta­bil
Vor­bei ist die Zeit der vie­len Achsen! Mit Srams Dub-Tech­nolo­gie sind alle Kurbel­wellen gle­ich und passende Innen­lager gibt’s für jede Rah­men­spielart. Opti­mal gedichtete Lager ver­sprechen lange Lau­fleis­tung. Den „XO1“-Kurbelsatz etwa ist in 170 und 175 mm Länge erhältlich. 424 €


Wer anderen eine Scheibe zeigt …
… muss damit rech­nen, belächelt zu wer­den. Denn längst ist klar, dass Aero-Hoch­pro­fil­fel­gen schneller sind. Also mach mal bitte ’ne Uhr aus Dein­er Scheibe, zieh Dir Zipps Hin­ter­rad „858 NSW Car­bon Clinch­er“, und nutze selb­st den Seit­en­wind für Vor­trieb! Für Fel­gen- und Scheiben­brem­sen in Licht ver­schluck­ender Schwärze für 2.400 €.